Junge Menschen kleinzureden, ist keine Ausbildung.
Ich bin André Falck. Ich weiß, wie es ist, wenn die eigene Art zu denken nicht in vorgegebene Strukturen passt. Genau deshalb weigere ich mich, junge Menschen für Schwierigkeiten abzuwerten, bei denen wir sie unterstützen könnten.
Rund 15 JahreErfahrung mit Simulation und Ausbildung
Seit 2024Eigene Entwicklung mit Jugendlichen und Eltern
„Die Jugend wird immer dümmer.“ Bei diesem Satz bin ich raus.
„Das haben wir schon immer so gemacht.“ „Früher war das doch auch nicht so schlimm.“ Solche Sätze machen mich wütend. Ich habe sie im Fahrlehreralltag gehört und begegne dieser Haltung auch in sozialen Medien. Die eigene Fahrausbildung von vor zwanzig oder dreißig Jahren taugt für mich nicht als Maßstab dafür, was ein junger Mensch heute braucht.
Ja, ich bin von Teilen der Fahrschulwelt enttäuscht. Wenn an Abläufen festgehalten und die Verantwortung für Schwierigkeiten bei den Jugendlichen abgeladen wird, widerspreche ich. Junge Menschen kleinzureden oder neue Ideen reflexartig zu verteufeln, unterstütze ich nicht. Mein Anspruch ist, hinzusehen, verständlich zu erklären und einen nächsten Schritt möglich zu machen. Ich denke in Lösungen.
Ich sehe ebenso Fahrschulen, die sich weiterentwickeln wollen, aber unter wirtschaftlichem Druck stehen und vor Investitionen Angst haben. Mit diesen Menschen möchte ich arbeiten. Veränderung braucht einen nachvollziehbaren Weg und Menschen, die mit anpacken.
Ich kenne den Ausbildungsalltag. Von beiden Seiten.
Ich komme vom Dorf und habe eine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker gemacht. Ich weiß, wie sich Tage anfühlen, an denen Kartons klein machen und die Halle kehren mehr Raum einnehmen als das Lernen. Wer darauf reduziert wird, erlebt seine eigenen Möglichkeiten kaum.
Zwölf Jahre bei der Bundeswehr haben meinen Blick auf Ausbildung geprägt. Ich habe an komplexen Simulationssystemen selbst gelernt und später als Ausbilder Verantwortung übernommen. Erfahrungen mit Leopard, Gepard und Stinger Dome gehören zu diesem Hintergrund. Ein Maschinenbaustudium habe ich später abgebrochen. In der Corona-Zeit habe ich mich neu orientiert und bin Fahrlehrer geworden.
Ich war in drei Fahrschulen tätig, habe für die Großfahrschule Heart Drive den Standort Weilburg mit aufgebaut und die Filiale geleitet. Parallel zu meinem Fahrlehrerjob war ich zwei Jahre im Vertrieb im Fahrschulbereich unterwegs. Ich wollte schnell dazulernen, Zusammenhänge verstehen und neue Perspektiven finden. Mich auf dem Tagesgeschäft auszuruhen, war nie mein Ding.
Mit 36 habe ich mich selbst besser verstanden.
Meine ADHS-Diagnose kam mit 36. Vieles an meinem Weg ergab für mich plötzlich mehr Sinn: warum ich komplexe Zusammenhänge oft schnell erfasse, warum mich Neues so antreibt und warum mich reine Routine irgendwann langweilt.
Ich erlebe diese Art zu denken als meine Superkraft. Ich musste lernen, damit umzugehen und passende Strukturen für mich zu finden. Das ist meine persönliche Erfahrung. Sie prägt auch meinen Blick auf Jugendliche mit Konzentrationsschwierigkeiten und auf neurodivergentes Lernen.
In meiner Arbeit habe ich erlebt, wie viel möglich wird, wenn wir Vorurteile loslassen und unsere Lernstrukturen hinterfragen. Ich sehe Fähigkeiten, die unter unpassenden Bedingungen leicht übersehen werden. Diese Erfahrungen haben auch meinen Forschungsantrieb geprägt: Wie vermitteln wir Fahrkompetenz so, dass unterschiedliche Menschen einen Zugang finden?
Eine faire Chance darf nicht vom Elternhaus abhängen.
Ein Jugendlicher, der zu Hause einen Elternteil pflegt, hat andere zeitliche Möglichkeiten als jemand, dem der Rücken freigehalten wird. Wer nie Fahrrad gefahren ist oder niemanden zum gemeinsamen Üben hat, bringt andere Voraussetzungen mit. Wer sich schwer konzentrieren kann, braucht vielleicht eine andere Aufgabenfolge oder mehr Orientierung.
Deshalb will ich auch die jungen Menschen erreichen, deren Alltag nicht problemlos in einen Ausbildungsplan passt. Ich will sie weder abschreiben noch für ihre Ausgangslage beschämen. Chancengerechtigkeit bedeutet für mich, diese Unterschiede ernst zu nehmen und passende Unterstützung zugänglich zu machen. Auch sie sollen die Möglichkeit bekommen, fahren zu lernen und selbstständig mobil zu werden.
Warum mich das persönlich nicht loslässt.
Schwere Verkehrsunfälle und Verluste im persönlichen Umfeld haben mir gezeigt, was Familien und Freundeskreise aushalten müssen. Das war einer der Gründe, Fahrlehrer zu werden. Ich fahre selbst leidenschaftlich gern Motorrad. Sichere Mobilität ist für mich eine persönliche Verantwortung.
Irgendwann wollte ich mehr bewegen, als ich allein in meinen eigenen Fahrstunden erreichen konnte. Deshalb entwickle ich Lernorte, Abläufe und Software, mit denen weitere Menschen diese Begleitung ermöglichen können.
Die Technik muss dem Lernen dienen.
Bei Simulation greift mir die Frage „Ist das überhaupt realistisch?“ zu kurz. Ich frage nach dem Lernziel, der Vorbereitung, der Übung und der Nachbesprechung. Ein Gerät aufzustellen und ein Programm abfahren zu lassen, erfüllt meinen Anspruch an Ausbildung noch nicht.
Seit 2024 entwickle und erprobe ich meinen Ansatz mit eigenen Mitteln, gemeinsam mit Jugendlichen und Eltern. Rund 200 begleitete Teilnehmer bilden die Praxisgrundlage. Meine Erfahrung aus Ausbildung, Fahrschule, Filialleitung und Vertrieb fließt darin zusammen.
KI und eigene Softwareentwicklung geben mir heute Möglichkeiten, die vor wenigen Jahren kaum erreichbar waren. Mein Maßstab bleibt: Was kann der Mensch danach besser? Wer ein Fahrzeug führt, muss selbst wahrnehmen, verstehen und entscheiden können. Deshalb gehören für mich persönliche Begleitung und Verantwortung in diesen Lernweg.
Ich möchte, dass die Generationen nach uns mehr Chancen bekommen, ihre Fähigkeiten zu entwickeln und über uns hinauszuwachsen. Dafür braucht es Mut, eingefahrene Ansichten zu hinterfragen und gute Ideen gemeinsam auszuprobieren.
Ich begleite bewusst nur eine begrenzte Zahl an Betrieben. Ihr Ansprechpartner bin ich persönlich. Als Mitglied der Wirtschaftsjunioren und im Vorstand der Wirtschafts-Werbung Weilburg suche ich den Austausch mit Menschen, die weiterdenken. Ob Betrieb, Schule, Kammer oder Verband: Wenn Sie mit mir etwas aufbauen möchten, freue ich mich auf das Gespräch.